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Erlebnisberichte

von tabea/erlebnisberichte 

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Brasilien, Juquitiba

Diese Mal will ich nicht über Abläufe, Ordnungen oder Regeln berichten, sondern noch ein paar Informationen hier über die "Cumunidade de Nova Aurora" geben, was die Leute (die Erwachsenen) noch so Möglichkeiten haben. Die meisten kommen von der Straße oder aus schwierigen Verhältnissen. Kaum einer hat 4 bis 5 Jahre die Schule besucht, geschweige davon, dass einen Beruf gelernt hat.

Sie haben hier also die Möglichkeit regelmäßig zur Schule zu gehen. Und zwar gehen mehr als die Hälfte abends nach 18 Uhr noch den weiten Weg mit dem Schulbus in die Stadt Juquitiba. Es werden für Erwachsene 10 Fächer angeboten:
Portugiesisch, Englisch, Französisch, Mathematik, Geographie, Geschichte, Wirtschaftskunde, Sozialkunde, Religion, Physik, sowie Chemie.

Am Wochenende geben 5 Leute noch zusätzlich Informatikunterricht.

Das ganze wird von der Stadt gefördert und unterstützt. Der Schulbus fährt täglich 4 bis 6 Mal zwischen Schule und den Wohnorten bis in den tiefsten Urwald in den Süden hin und wieder zurück. Die Straßen sind aus Schotter oder Lehm und für mich vergleichbar mit einer "Buckelpiste" im Winter in Österreich. Es schaukelt, hüpft und es geht durch Schlamm und Pfützen - unglaublich aber wahr.

Der Bus ist meistens völlig überfüllt. Er bringt morgens die Kinder, mittags die Teenager, nachmittags Jugendliche und abends Erwachsene zur Schule. Die Schule unterrichtet in 4 Staffeln, weil so viele Schüler und so wenig Lehrer und Unterrichtsräume vorhanden sind.

Es tut den Leuten wirklich gut noch gefördert zu werden, vor allem auch mit anderen Schülern zusammenzutreffen. Es kann jeder frei gehen, sich bei der Schule anmelden oder nicht.
Generell muss noch mal ausdrücklich gesagt werden, dass jeder hier (in Juquitiba) bleiben oder gehen kann, aber es wird keiner gehalten. Es sind alles freie Menschen. Aber wer bleibt, muss sich an den Tagesablauf halten und an so manch andere Regeln, damit die Gemeinschaft erhalten bleibt und es nicht zum Durcheinander kommt.

Ich hab bisher nur ein Mal mitbekommen, dass eine mit ihrem Kind gehen wollte, aber in ihrem Leichtsinn ist sie ohne irgendetwas, ohne Socken, ohne Windeln und ohne Jacke für das 2 Monate alte Baby abgehauen. Und das konnten wir nicht mit ansehen und haben sie mit dem Auto eingeholt und ihr angeboten zu bleiben um noch mal miteinander zu reden und für ihr Problem zu beten. Und sie kam doch wieder zurück. Aber aus Statistiken und Zählungen bleiben nur ca. 10% und schaffen es bis zur Casa Familia in der Stadt St. André oder bis in die eigenen Familienverhältnisse zurück. Aber zurück auf der Straße verfallen sehr viele doch wieder der alten Sucht, dem Alkohol - leben in ehemaligen Fabrikhallen und/oder sind von Drogen abhängig.

Es ist für die Menschen oft leichter und einfacher, den Drogen der Welt zu unterliegen und abhängig zu sein, als lieber frei zu werden, sicher, geborgen und abhängig von Gott!

In Galater 5, 13 steht: "Durch Christus wurde euch die Freiheit geschenkt. Das bedeutet aber nicht, dass ihr jetzt tun und lassen könnt, was ihr wollt. Nehmt vielmehr in gegenseitiger Liebe Rücksicht aufeinander." und weiter steht, dass Gott von uns etwas erwartet und das ist das schwerste, weil man sich selber zurückstellen muss und als Nummer 1 in unserem Leben Gott den Platz geben muss und das hat er uns auch schriftlich gegeben in Galater 6, 7 und 8: "Glaubt nur nicht, ihr könntet Gott irgend etwas vormachen! Ihr werdet genau das ernten, was ihr gesät habt. Wer nicht Gott, sondern sich selbst vertraut, den erwartet das ewige Verderben. Wer sich aber durch den Geist Gottes führen lässt, dem wird Gott das ewige Leben schenken."

Er erwartet auch, dass wir Früchte bringen und zwar erklärt er das im Vergleich von dem Weinstock und den Reben in Johannes 15, 5 bis 8: "Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer bei mir bleibt, in dem bleibt mein Leben, und er wird viel Frucht tragen. Wer sich aber von mir trennt, kann nichts ausrichten. Wer ohne mich leben will, wird wie ein unfruchtbarer Trieb abgeschnitten und weggeworfen. Die verdorrten Triebe werden gesammelt, ins Feuer geworfen und verbrannt. Wenn ihr aber fest mit mir verbunden bleibt und euch nach meinem Wort richtet, dürft ihr von Gott erbitten, was ihr wollt; ihr werdet es erhalten. Gott wird dadurch verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und ihr euch so als meine wirklichen Jünger erweist." Und was das für Früchte sind, wird in Galater 5, 22 aufgezählt: "Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung."

Wenn man von "Fleisch", von den Menschen, abhängig ist, dann bringt man nur eigennützige Früchte zum Vorschein, z.B. Zank, Arroganz, Stolz, Habsucht, Gier und man hängt sein Herz an materielle Dinge und vor allem an Ansehen und Abhängigkeit von Menschen und deren Meinung. Matthäus 6, 1: "Hütet euch davor, nur deshalb Gutes zu tun, damit die Leute euch bewundern. So könnt ihr von eurem Vater im Himmel keinen Lohn mehr erwarten."

Hier von der Fazenda aus sind wir alle zusammen auf den Friedhof gewesen und fanden aber keine Beschilderung davon, dass hier jemand besonders angesehenes oder reiches begraben liegt. Es stand auch nichts von dem, was sich die Menschen erstanden, erspart oder erworben haben.

Auf den Grabsteinen stand eher davon, dass man den Menschen, der dort begraben liegt, vermissen wird, oder Sehnsucht nach ihm haben wird. Es wird wohl kaum jemand vermisst, der streitsüchtig oder unfreundlich war.

Für uns ist wichtig, wo wir stehen - zum Schluss - auf welcher Seite. Lukas 16, 13: "Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Entweder wird er für den einen arbeiten und für den anderen nichts tun, oder er wird den einen anerkennen und den anderen ablehnen. Deshalb müsst ihr euch entscheiden, ob ihr Gott oder dem Geld dienen wollt. Beides zugleich geht nicht." Und es heißt doch auch, wenn wir den Heiligen Geist in uns haben und Früchte bringen, dann haben wir nichts zu befürchten - Galater 5, 23: "Ist das bei euch so? Dann braucht ihr kein Gesetz zu fürchten."

Natürlich ist unklar, wann der Zeitpunkt für jeden Einzelnen ist, an dem er Abschied nehmen darf - hier von der Mittelstation. Aber sicher ist, dass wir uns immer bereithalten sollen: Offenbarung 22, 10 bis 15: "Und wer Gott gehört, der soll alles daransetzen, dass er ihm immer mehr zur Verfügung steht. Macht euch bereit! Ich komme schnell und unerwartet und werde jedem den Lohn geben, den er verdient." Denn sicher ist, dass wir danach nichts mehr ausrichten können, wenn wir erst tot sind - Psalm 115, 17: "Die Toten können den Herrn nicht mehr loben, denn dort, wo sie sind, schweigt man für immer."

Aber er hält für uns schon ein Erbe bereit auf Ewigkeit und hat uns jetzt schon den Heiligen Geist als ersten Anteil gegeben - Epheser 1, 14: "Diesen Heiligen Geist hat Gott uns als ersten Anteil am himmlischen Erbe gegeben, das wir bekommen sollen. Er verbürgt uns das vollständige Erbe, die vollkommene Erlösung, die wir noch erhalten. Und dann werden wir Gott in seiner Herrlichkeit loben und preisen."