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Erlebnisberichte

von tabea/erlebnisberichte 

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Brasilien, Juquitiba

Zuletzt habe ich über den gewöhnlichen Tagesablauf berichtet und erzählt - was hier so abläuft. Bis auf manche Ausnahmen natürlich: z.B. wurde jetzt schon 1 1/2 Wochen nicht mehr Fußball gespielt, weil beim letzten Mal sehr sehr unfair gespielt wurde und weil das Verhalten mancher nicht richtig war. Und so entstehen die Ausnahmen, dass dafür dann gearbeitet werden darf.

Aber hier treffen ja auch sehr unterschiedliche Leute aufeinander und weil ja jeder außergewöhnlich ist und verschiedene Ansichten hat, so wie Du und ich, hat Gott uns Gebote und Richtlinien mit auf den Weg gegeben. Nicht nur als Wegweiser, sondern auch als Hilfe um miteinander besser klar zu kommen.

Und weil hier auf der Fazenda einiges noch drunter und drüber geht, und manch einer nicht weiß, wie er sich benehmen soll, um in der Gemeinschaft nicht unnötig Unruhe zu schaffen, sind einfach ein paar (Spiel-)Regeln aufgestellt worden. Und zwar gibt es täglich 300 Punkte und je nach Verhalten gibt es Plus- oder Minus-Punkte. Und die 5 Besten werden nach einem Monat zum Essen eingeladen. Die Mitarbeiter bewerten und besprechen sich jeden Tag.

Ich zähle Euch die Richtlinien und Anforderungen kurz auf:

1. murmuaçao (Murren und knausrig sein - 200 Minus-Punkte)
das sollten wir doch unterlassen, und wenn man doch nicht in so guter Stimmung ist, nicht andere damit anstecken. Es steht auch an uns geschrieben:
Philipper 2, 14:
Bei allem, was ihr tut, hütet euch vor unzufriedenem Murren und misstrauischen Zweifeln.
1 Petrus 4, 9:
Seid gastfrei, und klagt nicht über die vermehrte Arbeit.

2. preguiça, corpo mole (Faulheit, Lustlosigkeit - 200 Minus-Punkte)
weil auch hier werden wir ermahnt:
Titus 1, 12b:
Die Leute auf Kreta sind durch und durch verlogen. Sie sind faul und gefräßig und benehmen sich wie wilde Tiere.

Sprüche 13, 4a:
Der Faulpelz will zwar viel, erreicht aber nichts.

3. mal humor (schlechte Laune)
kann vorkommen, aber soll nicht unbedingt verbreitet werden, weil wir alle einen Grund haben zur Freude. Das sagt uns auch ganz klar:
Philipper 4, 4:
Freut euch, dass ihr zu Jesus Christus gehört. Und noch einmal will ich es sagen: Freut euch!
Epheser 4, 31 und 32:
Mit Bitterkeit, Jähzorn, Wut, gehässigem Gerede oder anderen Gemeinheiten sollt ihr nichts mehr zu tun haben. Seid vielmehr freundlich und barmherzig, immer bereit, einander zu vergeben, so wie Gott euch durch Jesus Christus vergeben hat.

4. beat-boca (Streiterei, sowie Wortgefechte geben 400 Minuspunkte)
man kann ja verschiedene Meinungen haben, aber man muss sich nicht unbedingt gleich streiten.
2 Timotheus 2, 24:
und wer Gott dienen will, sollte sich nun wirklich nicht durch ein zänkisches Wesen auszeichnen. Er soll allen Menschen freundlich begegnen, ein geduldiger Lehrer sein, bereit, auch Böses zu ertragen.
Titus 3, 9:
Wo aber nur leeres Stroh gedroschen wird und man völlig sinnlos über Abstammungslinien und Geschlechtsregister streitet, da hast du nichts zu suchen. Beteilige dich nicht an dem Gezänk über bestimmte religiöse Vorschriften. Das führt zu nichts und hat gar keinen Wert.

5. roupa suja rasada, zora do horario de trabalho (schmutzige und zerissene Kleidung soll außerhalb der Arbeitszeit nicht getragen werden)
Es ist eigentlich selbstverständlich und jeder hat auch genügend anzuziehen, aber nicht jeder hat das Verständnis dafür. Auch dafür haben wir ein paar Vorschläge bekommen:
Mit gewaschenen Kleidern , also sauber, sollen wir uns bereithalten, so auch in 1 Korinther 6, 19 und 20:
Oder habt ihr etwa vergessen, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, den euch Gott gegeben hat? Ihr gehört also nicht mehr euch selbst. Gott hat einen hohen Preis gezahlt, um euch freizukaufen; deshalb dient nun auch mit eurem Leib dem Ansehen Gottes in der Welt.

6. atraso (zu spät kommen, Verspätung)
Da werden dieses mal zwei Männer Gottes als Beispiel gegeben - zum einen Daniel, der gottestreu, aufmerksam, zuvorkommend und entgegenkommend ist und so in folgendem Vers seine Belohnung bekommt:
Daniel 12, 13:
Du aber geh deinen Weg bis zum Ende! Du wirst in der Erde ruhen, doch später wirst du auferstehen und das himmlische Erbe empfangen, das am Ende der Zeit auf dich wartet.
und auch Josua, der treu das Volk Israel über den Jordan weiter bis nach Sichem geführt hat. Er blieb dem Herrn treu und lebte vorbildhaft in Gemeinschaft mit Gott.

7. desalinho (Unordnung, Nachlässigkeit)
Hier ist als Beispiel die Geschichte der zehn Brautjungfern genannt, die sich bereithalten, bis der Bräutigam kommt. Die einen sind ordentlich und wachsam und haben genügend Öl für die Lampen und die anderen nicht. Deswegen seid ordentlich und jederzeit bereit:
Matthäus 25, 1 bis 13:
Wenn der Menschensohn seine Herrschaft antritt, wird es sein wie bei den zehn Mädchen, die bei einer Hochzeit als Brautjungfern mit ihren Lampen den Bräutigam abholen sollten. Aber nur fünf von ihnen waren so klug, sich ausreichend mit Öl für ihre Lampen zu versorgen. Die anderen waren gleichgültig und dachten überhaupt nicht daran, genügend Öl mitzunehmen. Als sich die Ankunft des Bräutigams verzögerte, wurden sie alle müde und schliefen ein. Plötzlich um Mitternacht wurden sie mit dem Ruf geweckt: 'Der Bräutigam kommt! Steht auf und begrüßt ihn! Da sprangen die Mädchen auf und brachten ihre Lampen in Ordnung. Die fünf, die nicht genügend Öl hatten, baten die anderen: 'Gebt uns etwas von euerm Öl! Unsere Lampen gehen aus. Aber die Klugen antworteten: 'Unser Öl reicht gerade für uns selbst. Geht doch in den Laden und kauft euch welches! In der Zwischenzeit kam der Bräutigam, und die Mädchen, die genügend Öl für ihre Lampen hatten, gingen mit ihm in den Festsaal. Dann wurde die Tür verschlossen. Später kamen auch die fünf anderen. Sie standen draußen und riefen: 'Herr, mach uns die Tür auf! Aber er erwiderte: 'Was wollt ihr denn? Ich kenne euch nicht! Deshalb seid wach und haltet euch bereit! Denn ihr wisst weder an welchem Tag noch zu welchem Zeitpunkt ich kommen werde.

8. amario mal azzumar (Unordnung im Kleiderschrank)
Es geht darum, dass man sorgfältig und achtsam mit dem umgeht, was man hat. Das wird auch in der Geschichte Matthäus 25, 14 bis 30 klar gesagt:
Es wird dann so sein wie bei dem Mann, der ins Ausland reisen wollte. Er rief alle Verwalter zusammen und beauftragte sie, während seiner Abwesenheit mit seinem Vermögen zu arbeiten. Dem einen gab er fünf Goldstücke, einem anderen zwei und dem dritten eins, entsprechend den Fähigkeiten, die er bei ihnen voraussetzte. Danach reiste er ab. Der Mann mit den fünf Goldstücken war so erfolgreich bei seinen Geschäften, dass er die Summe verdoppeln konnte. Auch der die zwei Goldstücke bekommen hatte, verdiente zwei hinzu. Der dritte versteckte sein Goldstück an einem sicheren Ort, weil er nichts riskieren wollte. Nach langer Zeit kehrte der Herr von seiner Reise zurück und forderte seine Verwalter auf, mit ihm abzurechnen. Der Mann, der fünf Goldstücke erhalten hatte, brachte zehn Goldstücke. Er sagte: 'Herr, fünf Goldstücke hast du mir gegeben. Hier, ich habe fünf dazuverdient. Da lobte ihn sein Herr: 'Du warst tüchtig und zuverlässig. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir größere Aufgaben anvertrauen Ich lade dich zu meinem Fest ein! Danach kam der Mann mit den zwei Goldstücken. Er berichtete: 'Herr, ich habe den Betrag verdoppeln können. Da lobte ihn der Herr: 'Du warst tüchtig und zuverlässig. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir größere Aufgaben anvertrauen. Ich lade dich zu meinem Fest ein! Schließlich kam der mit dem einen Goldstück und erklärte: 'Ich kenne dich als strengen Herrn und dachte: Was ich auch immer verdiene, du nimmst es mir doch weg. Und ich hatte Angst, das Geld bei irgendwelchen Geschäften zu verlieren. Deshalb habe ich es sicher aufbewahrt. Hier hast du es wieder zurück! Zornig antwortete ihm darauf sein Herr: 'Was bist du doch für ein Dummkopf! Wenn du schon der Meinung bist, dass es mir nur um Gewinn geht, hättest du doch mein Vermögen bei einer Bank angelegt! Dort hätte es wenigstens Zinsen gebracht! Nehmt ihm das Geld weg, und gebt es dem, der die fünf Goldstücke hatte! Denn wer das, was er hat, gewissenhaft nutzt, dem kann man noch mehr anvertrauen, bis er mehr als genug hat. Wer aber mit Wenigem nachlässig umgeht, dem wird man auch das noch nehmen. Und jetzt werft diesen nichtsnutzigen Kerl hinaus in die Finsternis, wo nur noch Verzweiflung herrscht.

9. falar muito alto (Schreien und lautes Sprechen)
Auch das ist nicht notwendig, so wie es auch Gott von seinem Knecht in Matthäus 12, 18 und 19 erwartet:
Dies ist mein Knecht, den ich erwählt habe. Ich liebe ihn, und an ihm habe ich meine Freude. Ich werde ihm meinen Geist geben, und er wird die Völker vor die Entscheidung stellen. Er kämpft und streitet nicht. Seine Stimme wird auf der Straße nicht zu hören sein.
Es meint auch unter schreien, sich nicht anschreien und sich Böses an den Kopf werfen, so wie in Epheser 4, 29 und 30:
Redet auch nicht schlecht voneinander. Was ihr sagt, soll für jeden gut und hilfreich sein, eine Wohltat für alle. Sonst beleidigt ihr den Heiligen Geist, den Gott euch gegeben hat. Er ist doch euer Bürge dafür, dass der Tag der Erlösung kommt, an dem ihr von aller Sünde befreit seid.

10. comer seu élica (Essen ohne Etikette - 300 Minus-Punkte)
Wir werden ermahnt in Römer 13, 13:
Wir haben vor niemandem etwas zu verbergen und wollen ein gutes, anständiges Leben führen; ohne üppige Gelage und Saufereien, ohne Ausschweifungen und Sittenlosigkeit, ohne Streit und Eifersucht.
und in Sprüche 23, 1 bis 3:
Wenn du mit einem mächtigen Herrn am Tisch sitzt, dann bedenke, wen du vor dir hast! Beherrsche dich, selbst wenn du heißhungrig bist! Stürze dich nicht auf seine Leckerbissen, denn wenn du meinst, sie seien dir zu Ehren aufgetischt, täuschst du dich selbst.
Und auch dieser Punkt war und ist wichtig , es hat sich schon wesentlich gebessert und jeder achtet darauf, ordentlich und alles was er sich selber geschöpft hat zu essen. Es will ja doch jeder zum Essen gehen, aber nur wenn man Manieren vorweisen kann.

Mittlerweile ist schon eine Woche vergangen und so manch einer hat schon einige Punkte gesammelt. Auch die Stimmung untereinander, hier auf dem Gelände, hat sich bei Arbeit, Essen, Spielen oder sonstigen gemeinsamen Unternehmungen, im Gottesdienst, aber auch vor allem bei den Proben der Lobpreisband (bei der es so oft Meinungsverschiedenheiten gab) mehr und mehr in Freude, Hilfsbereitschaft, Zustimmung, Unterstützung und Entgegenkommen entwickelt. Und das macht richtig Spaß in solch einer Gemeinschaft zu leben und zu wohnen, trotz der harten Arbeit und dem engen Lebensraum.

Und das ist auch nur möglich wenn wir uns an Jesus Christus verschreiben und anvertrauen.
Galater 5, 24 bis 26:
Es ist wahr: Wer zu Christus gehört, der hat sein selbstsüchtiges Wesen mit allen Leidenschaften und Begierden an das Kreuz geschlagen. Durch den Heiligen Geist haben wir neues Leben, und das soll jetzt auch bei uns sichtbar werden. Blinder Ehrgeiz, der nur unsere Eitelkeit befriedigt, gegenseitige Kränkungen und Neid dürfen bei uns keine Rolle mehr spielen.