Auch wenn der Karneval in Brasiliens das anstrengendste Fest der Welt ist, so haben die Brasilianer dennoch genug Energie für die anderen wichtigen Termine des römisch-katholischen Kalenders. In diesem größten römisch-katholischen Land der Erde ist Weihnachten das wichtigste religiöse Fest.

Die meisten Kinder glauben, dass der Weihnachtsmann - Papai Noel - an Heiligabend überall auf der Welt Geschenke verteilt. Er kommt durch ein offenes Fenster legt die Geschenke in die Schuhe, die auf dem Boden oder am Fenster stehen. Er trägt einen roten Anzug und reist in einem von einem Elch gezogenen Schlitten. Der brasilianische Glaube an den Weihnachtsmann ähnelt dem der Europäer und Nordamerikaner. Im 19. Jahrhundert war das Weihnachtsfest in Brasilien ein religiöseres und familienbezogeneres Fest als heute. Nach einem üppigen Abendessen an Heiligabend war es Brauch, an der Mitternachtsmette und der anschließenden Prozession teilzunehmen. Anstelle eines Weihnachtsbaumes stellen die meisten Familien eine Krippe, die Presépio, auf. Das Word kommt vom hebräischem "Presepium", womit das Strohbett des Christuskindes bezeichnet wurde.

Die moderne Form des Weihnachtsfestes in Brasilien ist von deutschen Einwanderern geprägt, die den Weihnachtsbaum, das Schenken und den Weihnachtsmann einführten. Der kommerzialisierte Kaufhaus-Nikolaus unterstützt diesen Trend. In den Großstädten Brasiliens stehen riesige geschmückte Weihnachtsbäume und in einigen ganz auf das Weihnachtsgeschäft spezialisierten Straßenzügen wird der Hang zum eher kitschigen Plastik-Weihnachten deutlich. In der Weihnachtsnacht gehen viele Katholiken in die Mitternachtsmesse "Missa do Galo". Ein Aspekt des Weihnachtsfestes, der sich nicht geändert hat, ist jedoch das Abendessen am Heiligen Abend. In den Familien kommen dann verschiedene Nüsse und getrocknete Früchte, wie Feigen, Maronen und Datteln auf den Tisch. Das Hauptgericht stellen meist der Truthahn, Rabanada (eine Art französischer Toast) und Schinken.

 

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