Das brasilianische Bildungswesen untersteht der Aufsicht des Bundeserziehungsministeriums. Der ihm unterstellte Bundeserziehungsrat ist für die Prüfung der Lehrpläne und die Einhaltung der Lernziele verantwortlich. Daneben bestehen eigene Unterrichtsbehörden der Bundesstaaten und der Gemeinden. Der Bildungsstand weist in den einzelnen Landesteilen aufgrund ihrer spezifischen wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung erhebliche Unterschiede auf. Im Nordosten des Landes und ganz allgemein in den ländlichen Gebieten ist trotz einiger Fortschritte die Analphabetenquote noch immer hoch. 

Bildung wird in Brasilien über öffentliche wie über private Institutionen vermittelt, die sich in die Bereiche der Vor- und Grundschulen (I Grau), Sekundarschulen (Mittel- und höhere Schulen: II Grau) und Universitäten (mit Studiengängen für Postgraduierte) gliedern. 

Die Grundschulausbildung von Kindern ist kostenfrei und obligatorisch. Schulpflicht besteht für alle Kinder zwischen dem 7. und 15. Lebensjahr. Viele von ihnen beenden die Ausbildung allerdings nicht, da sie schon vorher arbeiten müssen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Obwohl der Alphabetisierungsgrad offiziellen Schätzungen zufolge mehr als 80% betragen soll, ist das Problem des Analphabetentums bei Erwachsenen noch immer groß. Im Bemühen um eine weitere Verbesserung der Situation erzielten Programme, die , u.a. alternative Bildungswege wie Abendschulen für arbeitende Kinder und Fernkurse über Rundfunk und Fernsehen beinhalten, erste positive Ergebnisse zeigen. 

Auch gemeinnützige Privatschulen erhalten staatliche Zuschüsse. Laut der brasilianischen Verfassung von 1988 sollen 25 Prozent der staatlichen und kommunalen Steuergelder in das Bildungswesen fließen. 
Die meisten Grund- und weiterbildenden Schulen werden vom Staat und den Gemeindeverwaltungen unterhalten. Es gibt aber auch viele höhere Schulen der römisch-katholischen Kirche. 

Die Verantwortung für die Hochschulen in Brasilien teilen sich die einzelnen Staaten und private Verbände. In den späten achtziger Jahren verfügte Brasilien über mehr als 850 solcher Institutionen (einschließlich 73 Universitäten). Es studierten etwa 1,4 Millionen Studenten. Zu den führenden Universitäten zählen die Universität von Brasília (1961), die Universität von São Paulo (1934), die päpstlich-katholische Universität von Campinas (1941), die Bundesuniversität von Rio de Janeiro (1920) und die päpstlich-katholische Universität von Rio Grande do Sul (1948) in Porto Alegre. 

Die Regierung in Brasília unterhält in jedem Bundesstaat mindestens eine Bundesuniversität. Wegen der hohen Zahl an Studienplatzbewerbern verlangen öffentliche wie private Hochschulen eine Aufnahmeprüfung (Vestibular). Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums wird dem Absolventen der akademische Grad eines Bakkalaureus verliehen. Nach einem zusätzlichen Studienjahr können angehende Gymnasiallehrer den Grad eines Licenciado erwerben. 

Noch vor zwanzig Jahren wurden in Brasilien kaum Postgraduierten-Kurse angeboten. Im Jahre 1989 hatte sich die Zahl der Hochschulen auf 902 (darunter 93 Universitäten) erhöht. Diese Bildungsstätten bieten mehr als 1.000 Postgraduierten-Kurse an, die zumeist von hochqualifizierten Dozenten abgehalten werden, deren Niveau durchaus internationalen Anforderungen entspricht.

 

 

Schüler in Brasilien

 

 

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